Hier findet ihr den Ablauf und die Notwendigen Behördenwege für euer Erdwärmeprojekt

Dies ist die Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen.

1. Planung:

Die Planungsphase sollte soweit abgeschlossen sein.

Ein verbindliches Angebot eines Heizungsbauers liegt vor. Am Besten zu einem Pauschalen Fixpreis, dann gibt es danach keine unliebsamen Überraschungen.

Dann geht es an das eingemachte, wer Erledigt welche Arbeiten und Behördenwege?

Zum ersten der Heizungsbauer installiert die Heizung und vergibt die Tiefenbohrung an eine Konzessionierte Fremdfirma. Dieses Unternehmen stellt nach Auftragserteilung auch die Notwendigen Unterlagen für das wasserrechtliche Ansuchen bei.

Ein Elektrounternehmen für den Anschluss der Wärmepumpe solltet ihr auch haben.

Zum Schluss erfolgt noch die Inbetriebnahme durch den Kundendienst.

 

 

2. Ansuchen: Im folgenden die Abschrift des Informationsblattes auch erhältlich unter http://www.verwaltung.ktn.gv.at/12318_DE-Abt18_ASV-info_tiefenwp.pdf

 

Informationsblatt

über den Inhalt von Projekten

für die Wasserrechtliche Bewilligung

einer Tiefensonde - Wärmepumpenanlage

 

Grundsätzliches  Erfordernis:

Das Projekt ist von einem Fachkundigen nach dem Stand der Technik gemäß einschlägiger technischer Richtlinien und Normen zu erstellen, sowie mit Datum zu versehen und vom Projektanten bzw. dem Antragsteller zu unterfertigen.

" Fachkundig " sind z.B.: Ziviltechniker, Baumeister, Baufirmen, ( ein Verzeichnis darüber erhalten sie bei der Kammer der gewerblichen Wirtschaft bzw. Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten).

Die Bewilligung ist schriftlich zu beantragen ( Antrag einfach, Projekt dreifach)

Zuständige Behörde ohne Grundwasserentnahme: BH oder Magistrat.

A: ÜBERSICHT

 

Mindestanforderungen für Projekte:

Lagepläne

Technische Beschreibung

Grundstücksverzeichnis / Fremde Rechte ( Brunnen oder Quellen im Umkreis von 300 m)

Beantragte Konsenswassermenge / Heizleistung

Hinweis: Nähere Informationen erhalten sie auch im Internet unter

http://gis.ktn.gv.at/atlas/init.aspx?ks=wa&karte=tief

 

B: Details

Für eine rasche Abwicklung des Behördenverfahrens wird nachstehend eine detaillierte Aufstellung der erforderlichen Projektunterlagen angeführt:

A: Technischer Bericht:

1. Allgemeine Angaben:

Bewilligungswerber, Eigentümer, Adresse

Bezeichnung des Bauvorhabens

Zweck der Maßnahme ( Raumheizung, Brauchwasser, Schwimmbad udgl.)

Lage der geplanten Anlage ( Ortschaft, Grundstücksnummer, KG)

Bestehende Wasserversorgung im betroffenen Gebiet

Untergrundverhältnisse, Grundwasserstand

Vorliegende Grundwassertemperatur

Wärmebedarf

2. Technische Beschreibung:

Bohrungsart, Bohrungsausbau, Baumaterial und Abmessung

Rohrmaterial, Dimension und Armaturen bei Rohrleitungen

Daten der Pumpenanlage

Kältemittel, Sohle ( Menge und Art)

Heizleistung

Sonstige wasserbautechnische Anlagenteile

Art der bestehenden Trinkwasserversorgung im vorliegenden Gebiet

3. Hydrogeologische Daten:

Geologischer Schichtaufbau des Untergrundes ( Zumindest bekannte Verhältnisse angeben). Nach der Durchführung der Bohrung ist ein ÖNORM ( B 4401 Teil 1-4 ) gerechtes Bohrprofil an die Unterabteilung 15 GB-Geologie und Bodenschutz, 9020 Klagenfurt, Flatschacher Straße 70 zu senden. Besonderer Wert ist auf die in der ÖNORM B 4401 - 4 zu legen. ( Erd- und Grundbau; Erkundung durch Schürfe und Bohrungen sowie Entnahme von Proben; zeichnerische Darstellung der Ergebnisse)

Flurabstand und Schwankungsbereich des Grundwassers

4. Fremde Rechte:

Aktuelles Grundstücksverzeichnis sämtlicher Eigentümer ( Adresse und Art der Inanspruchnahme)

Nennung der Brunnen und Quellen im Umkreis von 100 m - grundwasserstromabwärts bis 300 m

Nennung allfällig betroffener Nachbarn, deren Grundwasser beeinträchtigt wird.

B Planunterlagen:

Übersichtsplan mit Einzugsgebiet, Maßstab M = 1:25000

Lageplan als Katasterplan M 1:2880, 1:2000 oder 1:1000 mit Einzeichnung der

Situierung der Bohrung

Ortsfesten Leitungen

benachbarten bestehenden und genutzten Brunnenanlagen

Brunnenplan M 1: 100 und 1: 50 als Schnitt Bodenprofil, bauliche Abmessungen ( Tiefe Durchmesser und Baumaterial ). Darstellung des Wasserspiegels im Brunnen.

Vor der Erstellung der Projekt - Unterlagen wird empfohlen, mit der zuständigen Wasserrechtsabteilung bzw. der Abteilung 18 Wasserwirtschaft oder dem Wasserwirtschaftlichen Planungsorgan Kontakt aufzunehmen!.

 

Hört sich schön verwirrend an. Ist es im ersten Moment auch.

Was benötigt ihr in welcher Form, und woher bekommt ihr es :

 

Also als erstes benötigt ihr ein schriftliches Ansuchen, darin enthalten sind die allgemeinen Angaben zu eurem Projekt, ein Muster könnt ihr hier downloaden:

Worddokument , Pdf Dokument.

Dann benötigt ihr noch die technische Beschreibung:

Bohrungsart und Rohrmaterial bekommt ihr nach der Auftragserteilung von eurem Bohrunternehmen.

Daten der Wärmepumpe, Kältemittel, Heizleistung und sonstige Unterlagen über Wasserbautechnische Anlagenteile bekommt ihr vom Installateur.

Die Art der Trinkwasseranlage liegt ja bereits eurem Bauansuchen bzw. der Baugenehmigung eures Hauses bei muss also nur noch kopiert werden.

Ansonsten ist eine Bestätigung über eure Gemeinde zu erhalten, natürlich für eine Stempelgebühr.

Hydrogeologische Daten erhältst du am leichtesten über folgenden link:

http://gis.ktn.gv.at/atlas/init.aspx?ks=wa&karte=tief

Auf dieser Seite ist es möglich durch Angabe der Grundstücksnummer oder der Adresse Karten selbst online zu Drucken.

Hier seht ihr auch ob Brunnen oder Quellen in eurer Umgebung vorhanden sind.

Fremde Rechte:  Hier benötigt ihr nur einen Grundbuchauszug der Bestätigt das der Antragstellende auch der Eigentümer des Grundstückes ist. Gibt es selbstverständlich nicht Gratis.

Nennung der Brunnen und Quellen geht aus dem Hydrogeologischen Gutachten hervor.

Planunterlagen: Hier wird einfach der bestehende Lageplan des Bauansuchens eures Wohnhauses kopiert.

In die Kopie des Planes zeichnet ihr Maßstabs getreu die Tiefenbohrung sowie die Leitung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ein.

Das ganze gebt ihr dann am besten in 3-facher Ausfertigung ab. Die Dauer des Ansuchens beträgt so an die 6-8 Wochen.

 

So und nun noch einige Worte zur Arbeit

Das ihr mit dem Beginn der Arbeiten auf die Genehmigung warten müsst versteht sich von selbst.

Das Angebot der Bohrfirma kann einen Container für den Bohrschlamm enthalten, ist dieser nicht im Angebot enthalten so organisiert das dein Heizungsbauer oder du selbst. Zu bekommen sind diese Container bei den Ortsansässigen Abfallentsorgern.

Ebenso sind die Grabungsarbeiten von den Bohrlöchern zum Haus nicht zu vergessen. Da heißt es dann so schön " Bagger und Verlege Arbeiten erfolgen Bauseits ". Bedeutet nicht´s anderes als das ihr euch um die Organisation und die Arbeit selber kümmern müsst.

Ist die Leitung endlich im Haus und hat der Installateur die Heizung angeschlossen benötigt ihr unbedingt ein Protokoll über die Druckprobe. Dabei ist die Anlage mit dem 1,5 fachen Betriebsdruck zu Prüfen und über den Ablauf der Druckprobe ist ein Protokoll zu führen. Dieses Protokoll ist bei der Fertigstellungsmeldung der  Behörde vorzulegen.

Hier bekommt ihr ein Muster zum Download: Druckprotokoll pdf

Für die Behörde benötigt ihr außerdem noch ein Bestätigung:

Über die Wärmetauscheranlage ist der Nachweis der Konformität gemäß der Niederspannungsrichtlinien zu erbringen. Die gibt es bei den Herstellern als PDF zum Download.

Als nächstes benötigt ihr noch den elektrischen Anschluss der Anlage:

Erledigt das Elektrounternehmen eures Vertrauens. Nach Abschluss der Arbeiten benötigt ihr noch folgende Bestätigungen zur Vorlage bei der Behörde:

Anlässlich der Erstprüfung ist durch das Attest eines befugten Fachmannes nachzuweisen, dass die gegenständliche Starkstromanlage entsprechend den SNT - Bestimmungen errichtet, besichtigt, erprobt und hinsichtlich der Erdung des Schutzes gegen elektrischen Schlag ( Schutzmaßnahme) messtechnisch überprüft wurde ( ÖVE-ÖNORM E 8001-6-61).

Weiters ist der Potentialausgleich zu anderen metallenen Einbauten und zu Gebäudekonstruktionen aus Metall auszuführen und messtechnisch zu attestieren.

Download Elektroanschluss pdf

Habt ihr bis jetzt alles geschafft so fehlt nur mehr die Inbetriebnahme durch ein dazu befugtes Unternehmen. Die Inbetriebnahme ist im Angebot enthalten und kostete in meinem Falle 315,- Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Eine Knappe Stunde Arbeit plus  Ab -und Anfahrt. Die enthaltene Leistung: Prüfen des Frostschutz Konzentrates, Temperatur Vor und Rücklauf Erdsonde, sowie der Temperatur des  Vor und Rücklaufes. Über die Inbetriebnahme ist ein Protokoll zu führen und dem Betriebsbuch beizulegen.

So nun ist der Große Moment gekommen und die Wärmepumpe geht Offiziell in Betrieb.

Jetzt ist es an der Zeit der Behörde die Fertigstellung der Anlage zu melden damit eine Überprüfung und Endabnahme erfolgen kann.

Das Begleitschreiben könnt ihr euch hier Runterladen:

Worddokument , Pdf Dokument.

 

Zum Schluss währe noch die Förderung zu erwähnen. Hierzu muss ich mich selbst noch genauer Informieren. Sobald ich soweit bin gibt es dazu natürlich wieder was zu lesen.

Ergebnis:

Fördermöglichkeiten sind sehr unterschiedlich.

Bei uns kommt die so genannte Altbausanierung zu tragen, mit dem Erfolg eines vereinfachten Behördenablaufes.

Ergebnis 10 Jahre 2 Raten mit je 330,-- Euro pro Jahr. Das sind somit 6600 Euro.